Inhalt
Kurz gesagt
- Bereite die Besichtigung zu Hause vor: genauer Motor, bekannte Schwachstellen des Modells, HU-Termin und Marktpreis.
- Komm, solange der Motor kalt ist: Ein Kaltstart verrät Geräusche und Rauch, die ein warmer Motor verbirgt.
- Prüfe zuerst die Papiere: Zulassungsbescheinigung Teil I und II, HU-Bericht, Serviceheft und Rechnungen.
- Mach eine Probefahrt von mindestens 20 Minuten, in der Stadt und auf der Schnellstraße, mit allen Gängen.
- Bei jedem Zweifel an einem wichtigen Punkt (Zahnriemen, Getriebe, Rauch): verhandeln oder verzichten.
Vor der Fahrt: die Besichtigung vorbereiten
Die Hälfte der Arbeit erledigst du vom Sofa aus. Eine gute Besichtigung ist eine, bei der du schon weißt, worauf du bei genau diesem Modell zuerst achten musst.
- Bestimme Motor und Getriebe genau (Hubraum, Leistung, Kraftstoff, Baujahr): Zwei Versionen desselben Modells können völlig unterschiedlich zuverlässig sein.
- Lies dich in die bekannten Schwachstellen ein. Sieh dir unseren Ratgeber zu Motoren mit Schwachstellen an.
- Vergleiche den Preis mit ähnlichen Inseraten: gleiches Baujahr, ähnlicher Kilometerstand, gleiche Ausstattung.
- Frag per Nachricht nach: Anzahl der Vorbesitzer, Serviceheft und Rechnungen, letzter Zahnriemenwechsel, Datum der nächsten HU, Unfallschäden.
- Bitte um Fotos des letzten HU-Berichts: Die notierten Mängel zeigen, was bald repariert werden muss.
Zuerst die Papiere
- Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II: Der eingetragene Halter sollte der Verkäufer sein (Personalausweis zeigen lassen). Ist er es nicht, lass dir den Grund erklären. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Zulassungsbescheinigung.
- Fahrgestellnummer (FIN): Sie muss in beiden Dokumenten und am Fahrzeug übereinstimmen.
- HU-Plakette und HU-Bericht: Termin der nächsten Hauptuntersuchung und notierte Mängel. Siehe HU-Bericht lesen.
- Serviceheft und Rechnungen: Ölwechsel, Zahnriemen, Bremsen, Kupplung, Getriebeöl bei Automatik.
- Schlüssel: Zwei Schlüssel sind die Regel; ein fehlender Zweitschlüssel kostet schnell mehrere Hundert Euro.
Karosserie und Außenbereich
Sieh dir das Auto bei Tageslicht und trockenem Wetter an. Ein Auto, das im Regen oder abends gezeigt wird, versteckt seine Mängel besser.
- Spaltmaße (Türen, Motorhaube, Heckklappe): Ungleichmäßige Spalten deuten auf eine Reparatur nach einem Unfall hin.
- Farbunterschiede zwischen den Teilen, Lacknebel auf Dichtungen und Kunststoffteilen.
- Rost an Schwellern, Radläufen, Türunterkanten und am Unterboden, vor allem bei Autos aus Regionen mit viel Streusalz.
- Reifen: gleiche Marke pro Achse, gleichmäßige Abnutzung, Profiltiefe und Alter (DOT-Nummer). Einseitige Abnutzung deutet auf ein Fahrwerksproblem hin.
- Scheiben und Scheinwerfer: Steinschläge in der Frontscheibe, blinde oder unterschiedliche Scheinwerfer.
Unter der Motorhaube, bei kaltem Motor
Bitte den Verkäufer, das Auto vor deiner Ankunft nicht zu starten. Leg die Hand auf die Motorhaube: Ist sie warm, sei misstrauisch.
- Ölstand und Ölfarbe; weißlicher Schaum am Öldeckel kann auf eine defekte Zylinderkopfdichtung hindeuten.
- Kühlmittel: richtiger Füllstand, saubere Farbe, keine Ölspuren.
- Undichtigkeiten unter Motor und Getriebe, oder eine frische Motorwäsche, die sie verdecken könnte.
- Kaltstart: Hör auf Kettenrasseln oder quietschende Riemen, achte auf blauen oder dicken weißen Rauch.
- Kontrollleuchten: Alle müssen beim Einschalten der Zündung aufleuchten und danach erlöschen.
Die Probefahrt
- Kupplung und Getriebe: weiche Gangwechsel, kein Kratzen, kein Ruckeln beim Anfahren. Bei Automatik: kein Durchrutschen, keine harten Schläge.
- Bremsen: gerades Bremsen, keine Vibrationen im Pedal oder im Lenkrad.
- Lenkung und Fahrwerk: Das Auto zieht nicht zur Seite, keine Schläge über Unebenheiten.
- Motor: gleichmäßige Beschleunigung, kein Ruckeln, stabile Temperatur.
- Ausstattung: Klimaanlage, Fensterheber, Zentralverriegelung, Bildschirm und Sensoren.
Notiere alles, was Geld kostet: Reifen, Mängel aus dem HU-Bericht, schwache Klimaanlage. Jeder Punkt ist ein Argument, um den Preis zu verhandeln.
Geschrieben von
Das Carvizia-Team
Wir analysieren jeden Tag Gebrauchtwagen-Inserate: Motoren, bekannte Mängel, Wartung und Marktwert. Unsere Ratgeber fassen zusammen, was du vor dem Kauf prüfen solltest, ohne Fachchinesisch.
Über unsHäufige Fragen
Lohnt sich ein Gebrauchtwagencheck in der Werkstatt vor dem Kauf?
Bei einem teuren Auto oder einem Motor mit bekannten Schwachstellen, ja. Werkstätten, TÜV, DEKRA und Automobilclubs bieten solche Checks an. Sie bestätigen den Zustand dieses einen Autos; Carvizia sagt dir, welche Mängel beim Modell bekannt sind.
Darf ich ein abgemeldetes Auto probefahren?
Nur mit Kurzzeitkennzeichen oder roten Kennzeichen. Ein zugelassenes Auto muss versichert sein: Frag vor der Probefahrt, ob die Versicherung des Verkäufers andere Fahrer abdeckt.
Wo besichtige ich das Auto am besten?
Beim Verkäufer zu Hause oder beim Händler, bei Tageslicht. Sei vorsichtig bei Treffen auf Parkplätzen oder an Tankstellen.