Inhalt
Kurz gesagt
- Zwei Versionen desselben Modells können je nach Motor und Getriebe völlig unterschiedlich zuverlässig sein.
- Bekannte Beispiele: 1.2 PureTech (Zahnriemen in Öl), frühe 1.2 und 1.4 TSI (Steuerkette), BMW N47 (Steuerkette hinten).
- Auch Getriebe zählen: das trockene 7-Gang-DSG kann Mechatronik- und Kupplungsprobleme haben.
- Bei Diesel-Kurzstreckenautos drohen verstopfte Partikelfilter und AGR-Ventile.
- Ein bekanntes Problem ist kein Ausschlussgrund, wenn die Reparatur nachgewiesen ist.
Warum der genaue Motor zählt
Hersteller verbauen in einem Modell oft fünf oder sechs Motoren und mehrere Getriebe. Die Zuverlässigkeit eines Golf, eines 308 oder eines 3er BMW hängt viel mehr vom Motor und vom Baujahr ab als vom Modell selbst.
Die folgenden Beispiele sind bei Werkstätten und in Halterforen bekannt. Nicht jedes Exemplar ist betroffen, und viele Probleme wurden mit späteren Versionen behoben: Entscheidend sind das Baujahr und die Nachweise.
Benziner
- 1.2 PureTech (Stellantis: Peugeot, Citroën, Opel): Der Zahnriemen läuft in Öl und kann sich zersetzen; Partikel können die Ölpumpe verstopfen. Wechselintervall und Ölqualität sind entscheidend.
- 1.2 und 1.4 TSI der ersten Generation (VW-Konzern, etwa bis 2012): Längung der Steuerkette möglich, mit Rasseln beim Kaltstart.
- 1.0 EcoBoost (Ford, frühe Baujahre): Probleme mit dem Kühlsystem und Riemen in Öl; die Wartung muss genau eingehalten werden.
- 1.2 TCe (Renault, Dacia, Nissan, bis etwa 2016): erhöhter Ölverbrauch bei manchen Exemplaren.
Diesel
- BMW N47 (2.0 Diesel, etwa 2007 bis 2014): Steuerkette an der Getriebeseite, die sich längen kann; der Wechsel ist teuer, weil der Motor ausgebaut wird.
- Moderne Diesel auf Kurzstrecke: Partikelfilter und AGR-Ventil setzen sich zu; ein Diesel lohnt sich vor allem für Vielfahrer.
- Einspritzdüsen und Hochdruckpumpe: bei hohen Laufleistungen teure Positionen, je nach Motor.
Getriebe
- 7-Gang-DSG mit trockener Kupplung (DQ200, VW-Konzern): Mechatronik und Kupplung können vorzeitig verschleißen; Ruckeln beim Anfahren ist ein Warnsignal.
- Ältere Automatikgetriebe ohne Ölwechsel: Auch wenn der Hersteller „lebenslang“ angibt, verlängert ein Ölwechsel oft die Lebensdauer.
- Zweimassenschwungrad bei Dieseln mit Schaltgetriebe: Vibrationen und Geräusche beim Anlassen; teuer, oft zusammen mit der Kupplung zu tauschen.
Geschrieben von
Das Carvizia-Team
Wir analysieren jeden Tag Gebrauchtwagen-Inserate: Motoren, bekannte Mängel, Wartung und Marktwert. Unsere Ratgeber fassen zusammen, was du vor dem Kauf prüfen solltest, ohne Fachchinesisch.
Über unsHäufige Fragen
Soll ich ein Auto mit einem dieser Motoren meiden?
Nicht unbedingt. Mit nachgewiesener Reparatur oder guter Wartung kann es ein guter Kauf sein, und der Preis sollte das Risiko widerspiegeln.
Wie finde ich den genauen Motor eines Autos?
In Teil I der Zulassungsbescheinigung stehen Hubraum, Leistung und Typschlüssel; den Motorkennbuchstaben findest du am Motor, im Serviceheft oder über die Fahrgestellnummer. Carvizia ermittelt ihn aus dem Inserat.
Wurden diese Probleme vom Hersteller behoben?
Oft ja, durch geänderte Teile in späteren Baujahren oder Rückrufe. Deshalb sind Baujahr und Rechnungen so wichtig.